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Mariazellerbahn: Traditionsstrecke mit modernsten Safety-Standards

Die Commercial off-the-Shelf-(COTS)-Steuerungen HIMax und HIMatrix bilden den modularen, skalierbaren Kern des Stellwerksystems der traditionsreichen österreichischen Schmalspurbahn.

 

Entspannte Fahrt durch die Alpen

Um den Betrieb der Mariazellerbahn im Osten Österreichs wirtschaftlicher und sicherer zu gestalten, investierte deren Betreiber, die Niederösterreichische Verkehrsorganisations¬gesellschaft (NÖVOG), in eine neue SIL4-zertifizierte Stellwerklösung der österreichischen Firma RDCS Informationstechnologie GmbH (RDCS). Den Kern dieses Stellwerksystems RTMS/ILOCK-RC bilden modulare, SIL 4-zertifizierte Sicherheitssteuerungen von HIMA.

In den Stellwerken der Mariazellerbahn, die Sankt Pölten und den steirischen Wallfahrtsort Mariazell verbindet, kommen sowohl HIMax- als auch HIMatrix-Steuerungen zum Einsatz. Die COTS-Systeme waren eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Stellwerk-Lösung von RDCS erfolgreich gemäß der Norm SIL 4 CENELEC EN 5012x zertifiziert werden konnte.

Das gesamte Stellwerk-System von RDCS ist modular aufgebaut und nahezu unbegrenzt skalierbar. Dies führt bei Nutzung marktüblicher Steuerungen zu einem wachsenden Platzbedarf. Nicht so beim ILOCK-RC-Stellwerk: die hochintegrierten HIMA-Steuerungen mit modularem 19“-Rack-Aufbau sind unter Einhaltung der gleichen logischen Struktur ausgesprochen kompakt und wachsen mit den Aufgaben. Je nach Größe und Platzbedarf des Stellwerks wird die dazu passende Steuerungsfamilie projektiert.

Sicherer Datenverkehr

Im Rahmen des Projekts wurden die drei Bahnhöfe St. Pölten Hauptbahnhof, St. Pölten Alpenbahnhof und Laubenbachmühle mit unabhängigen Stellwerk-Systemen (RTMS/ILOCK-RC) und einer gemeinsamen Betriebsführungszentrale (RTMS/CENTRAL) von RDCS ausgerüstet. Die Stellwerk-Systeme und das Zugsicherungssystem mit führerstandsignalisiertem Zugleitbetrieb sorgen für sichere und störungsfreie Abläufe entlang der Strecke der Mariazellerbahn gemäß der bestehenden Dienstvorschrift.

Der Datenverkehr zwischen dem logischen Stellwerkskopf (ILOCK-HEAD-SPS) und den Stellwerk-Steuerungen (RTMS/ILOCK-RC-SPSen) erfolgt über redundante Netzwerkverbindungen und das safeethernet-Protokoll von HIMA, das gemäß CENELEC EN 50128 SIL4-zertifiziert ist. Für die Projektierung des Stellwerksystems verwendet RDCS die ebenfalls CENELEC-konforme HIMA-Entwicklungsschnittstelle SILworX.

„Das mit HIMA-Steuerungen ausgestattete RTMS/ILOCK-RC-Stellwerk wurde entworfen, um das Sicherheitslevel auf Regionalstrecken sowie bei Industrie- und Werkbahnen deutlich zu erhöhen. Die SIL4-zertifizierten Sicherheitssteuerungen sind ein elementarer Baustein der RTMS Produktlösung, die es Bahnbetreibern weltweit ermöglicht, den Schienenverkehr sicherer, effizienter und pünktlicher zu machen.“
Wolfgang Kanovsky, Chief Technology Officer bei RDCS

 

Die technischen Details

Das Stellwerksystem RTMS/ILOCK-RC ist zentrale Komponente des Betriebsführungs- und Zugsicherungssystems RTMS (Rail Traffic Management System) von RDCS. Es lässt sich nahtlos in dieses integrieren, ist aber als vollwertiges, SIL4-zertifiziertes Stellwerksystem auch als Stand-alone Produkt für den regionalen Personenverkehr, für Rangierbahnhöfe, Depots sowie Werks- und Industriebahnen einsetzbar. Die nachstehende Tabelle zeigt einige typische Einsatzfälle: 

 

KonfigurationslevelAußenanlagenSPS-FamilieAufstellungsort:
ILOCK-RC Kleines StellwerksystemBis zu max. 8 Weichen
Bis zu max. 8 Lichtsignale
Bis zu max. 8 Gleisfreimeldeabschnitte
HIMatrix mit Erweiterung bei analogen E/A und ZählwertenExterne Schaltkästen sowie Stellwerksystemräume
ILOCK-RC StellwerksystemBis zu max. 32 Weichen
Bis zu max. 32 Lichtsignale
Bis zu max. 32 Gleisfreimeldeabschnitte
HIMatrix / HIMaxStellwerksystemräume
ILOCK-RC Großes Stellwerksystemvon 32 bis zu 512 Weichen (theoretisch unbegrenzt)
von 32 bis zu 512 Lichtsignale (theoretisch unbegrenzt)
von 32 bis zu 384 Gleisfreimeldeabschnitte (theoretisch unbegrenzt)
HIMax (mit mehreren Racks)Stellwerksystemräume

 


COTS-Lösungen erhöhen Sicherheit und senken Lebenszykluskosten

Hochintegrierte nach CENELEC 5012x SIL4-zertifizierte HIMax- und HIMatrix-Steuerungen ermöglichten RDCS die Entwicklung der kosteneffizienten und skalierbaren Stellwerklösung RTMS/ILOCK-RC, die den Bahnverkehr der Mariazellerbahn noch sicherer machen. Gleichzeitig tragen die offenen, modularen COTS-Komponenten zu einer Senkung der Lebenszykluskosten bei.

  • Höchste Sicherheit: Sicherheitssteuerungen gemäß SIL 4 CENELEC EN 5012x zertifiziert
  • Sicherer Datenverkehr über safethernet-Protokoll und redundante Netzwerkverbindungen
  • Kosteneffizienz: COTS-Steuerungen bieten wirtschaftliche Alternative zu kostenintensiven proprietären Sicherheitssystemen
  • Skalierbarkeit: HIMA-Sicherheitssysteme sind modular konzipiert und wachsen flexibel mit den Anforderungen
Die Mariazellerbahn in Österreich hat die Sicherheit erhöht und Lebenszykluskosten gesenkt. Alle Fotos: © NÖVOG / weinfranz.at
An drei Bahnhöfen basieren die Stellwerke auf SIL 4-zertifizierten Sicherheitssteuerungen von HIMA.

Schmalspurbahn mit Tradition

Pendler und Touristen lieben sie gleichermaßen: die Mariazellerbahn. Die elektrifizierte Schmalspurbahn, die 1898 ihren Dienst aufnahm, befördert ihre Passagiere über eine 84 km lange Strecke durch eine großartige Alpenkulisse von der niederösterreichischen Hauptstadt Sankt Pölten in den steirischen Wallfahrtsort Mariazell.

Ihr Kontakt zu HIMA

Daniel Plaga
+49 (0) 6202 709 405
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