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Smart Rail Summit: „COTS längst weltweit im Einsatz!“

Es war das erste Event seiner Art: Beim HIMA Smart Rail Summit 2018 diskutierten Systemintegratoren und OEMs über die Herausforderungen der weltweiten Bahnindustrie. Das Fazit: Eine smarte Partnerschaft wird über den Geschäftserfolg von morgen entscheiden.

„Ich arbeite seit 1983 im Bereich Signaltechnik“, sagte Dr. Dejan Lutovac vor den rund hundert Teilnehmern des Smart Rail Summit in Mannheim. „Und jetzt erst konnte ich endlich entwickeln, was ich immer schon entwickeln wollte.“ Es ist erstaunlich, dass ein Vortrag über Commercial-off-the-Shelf-(COTS-)Steuerungen so persönlich und bewegend sein kann wie der des serbischen Diplom-Ingenieurs. Andererseits überrascht es doch nicht: Vielen Systemintegratoren geht es heute ähnlich wie Lutovac, Inhaber von Signalling & Control d.o.o. Sie mussten über Jahrzehnte entweder mit proprietären und unflexiblen Steuerungen oder gar noch mit veralteter Relais-Technik arbeiten. „Die war eigentlich schon obsolet, als ich noch zur Uni ging“, so Lutovac. Die Kompetenzen der Ingenieure und Berater ließen sich mit den starren Systemen nie voll ausschöpfen.

Erfolgreiche COTS-Projekte von Russland bis Australien

Der Wille, etablierte Modelle zur Bahnsicherheit neu zu denken und besser zu machen: Er war permanent zu spüren auf dem ersten HIMA Smart Rail Summit in Mannheim. Die Teilnehmer kamen dafür aus sämtlichen Teilen der Welt angereist. Sie alle hatten ihre eigenen Geschichten mitgebracht: Viele stellten konkrete Projekte vor, die auf Basis von HIMA-Controllern erfolgreich laufen.

Neil Popplewell, Technical Director von Rail Control Systems aus Australien, verdeutlichte, welche zentrale Herausforderung die Teilnehmer eint: die Wahrnehmung der COTS-Technologie am Markt. „Kunden dachten bislang, dass Standardcontroller kurze Lebenszyklen haben oder mit künftigen Anforderungen nicht zurechtkommen würden“, so Popplewell. Tatsächlich sei das Gegenteil der Fall. Das müsse man nun dem Markt vermitteln – und das gelinge nur mit Kollaboration und Wissensaustausch.

Austausch unter Bahnexperten als Erfolgsfaktor

Das sehe auch HIMA so, erklärte Sedat Sezgün, Group Vice President Business Segment Rail. In den vergangenen Jahren sei im Bahnsegment eine globale COTS-Bewegung entstanden. Um dieses Momentum zu nutzen, brauche es nun eine smarte Partnerschaft zwischen HIMA, Systemintegratoren und OEMs. Wichtig sei es, „Ideen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und von Best Practices zu lernen“, so Sezgün. 

Damit sprach Sezgün offenbar aus, was viele der Anwesenden ohnehin im Sinn hatten. Das ergab eine Live-Umfrage unter allen Teilnehmern. Demnach wünschen sich 64 Prozent eine Unterstützung beim Angang neuer Märkte. Gut die Hälfte hält untereinander synchronisierte Marketingaktivitäten für hilfreich. Ganze 85 Prozent der Befragten sehen gar klare Vorteile in einer von HIMA organisierten User-Group rund um COTS. „Wir werden nun prüfen, wie wir dieses Feedback in konkrete Projekte umsetzen können“, sagte Sezgün.

Digitalisierung und Standardisierung als Megatrends

Genügend Diskussionsthemen gibt es für die Bahnexperten auf jeden Fall. So sprachen die Teilnehmer beispielsweise bereits über künftige Trends der Branche. Auf großes Interesse stieß dabei die Vorstellung des EULYNX-Projekts durch Frits Makkinga von Movares. EULYNX soll ein gemeingültiger Schnittstellenstandard für die Bahnindustrie werden, der die Signaltechnik europaweit vereinheitlichen könnte. 

Für Wolfgang Kanovsky wiederum, dem CTO der RDCS Informationstechnologie GmbH, liegt die Zukunft in virtuellen Stationen. Dank Glasfaseranbindung entlang der Schiene werde es bald nicht mehr notwendig sein, Sicherheitssysteme physisch dort aufzubauen, wo sich das abzusichernde Objekt befindet – also etwa beim Stellwerk oder am Bahnübergang.

Ob zur Inspiration oder für konkreten Erfahrungsaustausch: Der Smart Rail Summit schien für jeden Teilnehmer ein Gewinn gewesen zu sein. Nun geht es darum, den motivierten Gesprächen Taten folgen zu lassen. So, wie es Dejan Lutovac bereits getan hat. „Für ein kleines Unternehmen ist es schwer, eine Sicherheitslösung genehmigt zu bekommen“, sagte er. „Mit ihren SIL 4-Systemen kam HIMA da wie gerufen.“

COTS kann den Vendor Lock-in beseitigen. – Ergebnis einer Umfrage unter den Summit-Teilnehmern
Steffen Philipp, geschäftsführender Gesellschafter von HIMA, unterstrich den großen Stellenwert der Bahnindustrie für das Unternehmen. HIMA hatte vor wenigen Jahren einen eigenen Rail-Geschäftsbereich gegründet und erzielt seitdem jährlich enorme Umsatzzuwächse.
Beim Networking neue Partnerschaften schließen: Eine der wesentlichen Botschaften des Rail Summits war, dass OEMs, Systemintegratoren und COTS-Lieferanten enger denn je zusammenarbeiten müssen.

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Daniel Plaga
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